Deutschland und Litauen kooperieren: Durchbruch bei der Gentherapie kann die Pharmaindustrie revolutionieren


Während des jüngsten Deutsch-Litauischen Wirtschaftsforums wurde diskutiert, dass der Biotechnologiesektor aufgrund der Pandemie und des technologischen Fortschritts einer der am schnellsten wachsenden Sektoren der Welt ist. Was die Diskussionsteilnehmer fasziniert, ist, dass die Entwicklung des Sektors nicht nur die Behandlung von Viren beeinflussen wird, sondern auch die Behandlung anderer Krankheiten wie Krebs, Autoimmun- und Infektionskrankheiten. Hier könnte die neue Gentherapie von Nutzen sein, und sowohl Deutschland als auch Litauen sind auf diesem Gebiet schon recht weit fortgeschritten. Laut Prof. Dr. Virginijus Siksnys von der Universität Vilnius ist die cCas9-Gentechnologie auf dem Vormarsch und könnte zu einer Revolution in der Pharmaindustrie führen.

Cas9-Gentherapie ist revolutionär

Der große Vorteil der neuen Cas9-Gentechnologie ist, dass es sehr einfach ist, die Cas9-Genschere auf eine beliebige DNA-Sequenz vorzuprogrammieren. Dies ermöglicht, Cas9 auf ein beliebiges Genom zu richten. Diese Technologie hat die Gentherapie-Technologie revolutioniert und erlaubt es im Grunde jedem Studenten, Experimente im Labor durchzuführen. Sie macht die Gentherapie in vielen verschiedenen Bereichen und Organismen verfügbar, was bedeutet, dass die Technologie da ist, aber die Wissenschaftler müssen herausfinden, wie man sie einsetzt, um genau die benötigten Gene zu treffen.

Prof. Dr. Horst Domdey, Geschäftsführer der Bio M Biotech Cluster Development GmbH, sieht in diesem Kontext Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Litauen und Deutschland. Deutschland hat kürzlich ein neues Förderprogramm für die therapeutische Entwicklung gestartet. Deutsche Wissenschaftler tun viel, um die therapeutische Behandlung einzuführen, was ein relativer neuer Bereich ist. Laut Prof. Domdey kam die Hypothese über die Möglichkeit einer Gentherapie erst in den 80er Jahren auf, allerdings sah das Wissenschaftsfeld damals noch ganz anders aus. Es ging um DNA, RNA, und das erste Thema waren die Mutationen der Mukoviszidose. Man dachte darüber nach, sie mit Gentherapie zu heilen, und es gab damals viel Enthusiasmus, der aber leider wieder verflog, weil es keine Fortschritte gab, die wir jetzt endlich haben.

Interessant ist, dass es aktuell in Deutschland Firmen gibt, die versuchen, die Gentherapie bei Augenkrankheiten einzusetzen. Allerdings ist es sehr schwierig, Risikokapitalgeber zu überzeugen, solche Projekte zu finanzieren, obwohl sie ein hohes Potenzial haben. Und wenn Wissenschaftler erst einmal damit begonnen haben, die Gentherapie für einige wenige Krankheiten einzusetzen, wird es wesentlich einfacher, die Technologie auch für andere Krankheiten zu nutzen. Daher braucht die Pharmaindustrie die Finanzierung von Gentherapieprojekten.

Deutschland und Litauen können zusammen viel erreichen

Wie die Diskussionsteilnehmer übereinstimmend feststellten, ist es wichtig zu bedenken, dass die Gentherapie-Forschung und sogar die Behandlungen noch sehr teuer sind. Daher haben sowohl Patienten als auch Investoren immer noch Angst, in sie zu investieren, ohne eine gewisse Sicherheit auf eine signifikante Anzahl von Erfolgsfällen zu haben. Natürlich ist die Gentherapie dafür gemacht, sehr seltene Krankheiten zu behandeln, und diese neue Technologie würde es erlauben, die Krankheiten nur einmal zu heilen. Das würde für die Behandlung ausreichen, aber die Verfügbarkeit für die Öffentlichkeit ist immer noch ein Problem, so dass die Senkung der Kosten für die Behandlungen und die Forschung die größte Herausforderung ist.

Die Lösung dieses Problems ist durch eine intensive Zusammenarbeit nicht nur zwischen Unternehmen, sondern auch zwischen Ländern möglich. Zum Beispiel hat Litauen ein sehr hohes Potenzial bei der Cas9-Technologie. Deshalb müssen Möglichkeiten zur Zusammenarbeit gefunden werden. Litauen muss Deutschland helfen, eine Philosophie zu entwickeln, die dies Bedeutung dieser Technologie anerkennt. Wenn das geschieht, könnte die Welt in etwa 10 Jahren eine Revolution in der Pharmaindustrie erleben.

Agne Vaitkevičiene, Executive Director und Vice-President Lithuanian Biotechnology Association, wies darauf hin, dass der litauische Biotechnologiesektor einer der am schnellsten wachsenden Sektoren des Landes und das Wachstum deutlich schneller als der europäische Durchschnitt ist. Daher müssen Deutschland und Litauen kooperieren, indem sie Biotech-Start-ups fördern, mit der Wissenschaft zusammenarbeiten und versuchen, so viele Finanzmittel wie möglich zu erhalten, indem sie nicht nur die durchgeführte Forschung teilen, sondern auch den gegenseitigen Zugang zu den Märkten für Forschung und Vertrieb ermöglichen.

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